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TIPP - hilft weiter

Der TIPP ist das regelmäßig erscheinende Selbsthilfemagazin der Paritätischen Selbsthilfebüros.

Mit dem TIPP bieten die Paritätischen Selbsthilfebüros Selbsthilfegruppen, Betroffenen und deren Angehörigen sowie Fachleuten auf dem Gebiet des Gesundheitswesens und der Selbshilfe ein Forum vielfältiger Informationsweitergabe und -gewinnung um das Thema Selbsthilfe, handelt es sich nun um fachlich-theoretisches Wissen, praktischen Rat oder aktuelle Veranstaltungshinweise.

Selbsthilfegruppen und in der Selbsthilfe Aktive haben über dieses Medium die Möglichkeit, die Öffentlichkeit und sich selbst mittels einer gemeinsamen Zeitschrift regelmäßig über ihre Aktivitäten und Anliegen zu informieren.

Mit zahlreichen Artikeln von ExpertInnen aus dem Bereich des Gesundheitswesens und der Selbsthilfe, aber auch engagierten und fachkundigen sowie teilweise selbst betroffenen Personen und deren Angehörigen werden Hilfen für den Umgang mit Krisen und chronischen Erkrankungen gegeben sowie Bewältigungsstrategien von und für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen beschrieben.

TIPP-Archiv

Das letzte Mal wurde das Thema „Krebserkrankungen“ im Jahr 2005 im TIPP behandelt. Seither hat sich viel getan in der Diagnostik, Behandlung und Forschung zu Krebs. Grund genug, das Thema nach über zehn Jahren wieder aufzugreifen.
Rund 480.000 Menschen sind laut Robert-Koch-Institut im Jahr 2012 an Krebs neu erkrankt; eine Prognose für 2016 geht von rund 500.000 Neuerkrankungen aus. Auch wenn dies auf den ersten Blick – auch im Vergleich zu den Zahlen aus 2010 – einen Anstieg bedeutet, so betont das Deutsche Krebsforschungszentrum gleichzeitig, dass die insgesamt steigende Lebenserwartung zu berücksichtigen sei. D. h., dass Menschen immer älter werden und damit gleichzeitig auch ihr Risiko, an Krebs zu erkranken. Heute „erleben“ Menschen also eher eine Krebserkrankung als früher. Und obwohl Krebs nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer noch die zweithäufigste Todesursache in Deutschland ist, so stellt das Robert-Koch-Institut vor dem Hintergrund der steigenden Lebenserwartung eine Stagnation der Krebserkrankungen fest. Darüber hinaus sinkt in Deutschland die Anzahl derer, die an den Folgen ihrer Krebserkrankung sterben aufgrund besserer Diagnostik im Rahmen der Früherkennung und optimierter Nachsorge.
Was aber nun tun, wenn man gerade akut betroffen ist und merkt, dass die medizinische Aufklärung und Behandlung nicht ausreicht, um Mut und Zuversicht zu schöpfen? Wenn Angehörige und Freunde mit der Situation ebenfalls überfordert sind? Dann können ein Selbsthilfegruppenangebot und evtl. eine ergänzende professionelle, psychosoziale Beratung das Richtige sein. Dass der Bedarf am Gespräch mit gleichsam Betroffenen zunimmt, zeigen die steigenden Mitgliederzahlen in bereits bestehenden Selbsthilfegruppen und zahlreiche Gruppenneugründungen zum Thema Krebs.
In der vorliegenden Ausgabe des TIPP stellen sich Selbsthilfegruppen vor, in denen sich aktuell und ehemalige Betroffene verschiedener Krebserkrankungen regelmäßig austauschen und gegenseitig unterstützen. Mit Berichten über Krebsberatungsstellen und psychoonkologischen Gesprächsangeboten erhalten Sie außerdem einen Einblick in die professionellen Unterstützungsmöglichkeiten nach einer Krebs-Diagnose. Und natürlich kommen auch wieder Betroffene selbst zu Wort und berichten von ihren Erfahrungen mit der Erkrankung.
Darüber hinaus informieren wir wieder über neue regionale Selbsthilfegruppen und aktuelle Aktivitäten in unseren Selbsthilfebüros.

Wir wünschen Ihnen eine interessante und anregende Lektüre!
Ihr TIPP-Redaktionsteam


Die vorliegende Ausgabe des TIPP widmet sich der sogenannten „jungen Selbsthilfe“.
Viele Selbsthilfegruppen im Gesundheitsbereich berichten, dass sich die Auswirkungen des demografischen Wandels in Deutschland nicht zuletzt auch bei der Beteiligung an der Selbsthilfegruppenarbeit widerspiegeln: Die Gruppenmitglieder werden älter und es wird zunehmend schwieriger, neue und vor allem junge Interessierte von den Vorteilen und dem Nutzen der Selbsthilfe zu überzeugen.
Der bevorstehende Generationenwechsel und die Übertragung von Verantwortung für eine auch in der Zukunft funktionierende Gruppenarbeit stellen Herausforderungen dar, die trotz der eigenen, oftmals erheblichen, gesundheitlichen Probleme gemeistert werden müssen.

Die 43. TIPP-Ausgabe setzt hier an und möchte anhand gelungener Beispiele dazu anregen, junge Menschen gezielt in die Selbsthilfegruppenarbeit einzubeziehen. Gerade in dieser Altersgruppe spielen präventive Ansätze und Strategien eine herausragende Rolle. Insbesondere junge Menschen können von dem solidarischen Miteinander und der partizipativen Arbeitsweise von Selbsthilfegruppen auf vielfältige Weise profitieren.

Deshalb richten immer mehr Organisationen und Selbsthilfegruppen spezielle Angebote aus, die sich an einen jüngeren Personenkreis wenden. In dieser Ausgabe des TIPP zeigen wir exemplarische Ansätze. Neben interessanten Interviews mit Selbsthilfegruppenmitgliedern werden Projekte vorgestellt, die junge Menschen ansprechen. Wir informieren auch über die Anregungen und Unterstützungsleistungen der NAKOS – Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung der Selbsthilfe – in Berlin. Aber auch kritische Stimmen zu diesem Thema kommen zu Wort.

Darüber hinaus erhalten Sie Informationen und Literaturhinweise zu verwandten Themen, die als Grundlage für die weitere Beschäftigung mit dem Phänomen „Generationenwechsel in der Selbsthilfe“ dienen können. Und im Regionalteil finden Sie wie immer Neuigkeiten über die Selbsthilfegruppenarbeit vor Ort sowie zu den Veranstaltungen und Aktivitäten der Selbsthilfebüros.

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Ihr TIPP-Redaktionsteam


Nachdem wir uns in der letzten Ausgabe auf die „Frauen in der Selbsthilfe“ fokussiert hatten, beschäftigen wir uns im vorliegenden TIPP mit dem Schwerpunktthema „Männer in der Selbsthilfe“.
Männer engagieren sich wesentlich weniger als Frauen in der Selbsthilfe, sowohl als Betroffene als auch in sog. „Führungspositionen“, z. B. als Sprecher von Selbsthilfegruppen. Untersuchungen belegen, dass mit Ausnahme für den Bereich der Suchtselbsthilfe der Anteil der Männer in der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe viel geringer ist als der von Frauen. Sie machen lediglich ca. 30 % aus, obwohl Männer ein größeres Gesundheitsrisiko tragen. Wie die MännerGesundheits-
berichterstattung, über die wir im vorliegenden Heft auch informieren, belegt, leben Männer im Vergleich zu Frauen ungesünder und gehen unachtsamer mit sich selbst um. Dies betrifft ihre Ernährung, erstreckt sich über ihren höheren Suchtmittelkonsum, v. a. Alkohol und Nikotin, und drückt sich z. B. auch in risikoreicherem Verhalten im Straßenverkehr aus. Auch deswegen ist die Lebenserwartung von Männern geringer als die von Frauen.

Daher verwundert es umso mehr, dass nicht mehr Männer die Angebote von Selbsthilfeorgani-
sationen in Anspruch nehmen. Ein Grund liegt sicher darin, dass das gesellschaftlich immer noch sehr präsente Bild das eines (vermeintlich) „starken“, beruflich erfolgreichen Mannes und Partners ist. Obwohl sich die Rollenvorstellungen von Frauen und Männern sehr gewandelt haben, scheinen sich viele Männer noch gebunden zu fühlen an derartige Erwartungen, ob sie nun tatsächlich von außen an sie gestellt werden oder ob es sich hauptsächlich um Selbsterwartungen handelt. Und zu einem solchen Selbstbild passt es schlicht nicht, sich auch als Mann „Schwächen“, körperliche, seelische oder psychische Probleme einzugestehen. Geschweige denn, offen darüber zu sprechen – nicht im engeren Umfeld und schon gar nicht mit zunächst „Fremden“ in Selbsthilfegruppen.

Umso wichtiger ist es, auf bereits bestehende Aktivitäten von Männern in der Selbsthilfe aufmerksam zu machen, männerspezifische Gruppenangebote vorzustellen und Geschichten von Männern für Männer erzählen zu lassen. Mit den Beiträgen im vorliegenden TIPP möchten wir Männer dazu ermuntern, den vielfältigen Angeboten der Selbsthilfe aufgeschlossen zu begegnen. Wer das Gespräch mit anderen, gleichermaßen betroffenen Männern (und auch Frauen) in der Selbsthilfe nicht als Manko, sondern als Quelle neuer Kraft durch gegenseitige Unterstützung zu erkennen vermag, erfährt bald, dass man(n) mit seinen Problemen nicht allein ist bzw. bleiben muss. Darüber hinaus berichten wir über neue regionale Selbsthilfegruppen und aktuelle Aktivitäten in unseren Selbsthilfebüros und Projekten.

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Ihr TIPP-Redaktionsteam


In dieser TIPP-Ausgabe beschäftigen wir uns mit dem Schwerpunktthema „Frauen in der Selbsthilfe“.
Unsere Gesellschaft ist trotz Emanzipation und Gleichberechtigung immer noch geprägt von der Teilung in die zwei Geschlechter. An Frauen und Männer bestehen auch heute noch unterschiedliche Erwartungen und Ansprüche, sei es im Beruf oder im Privaten. Und so entwickeln sich u. a. aufgrund geschlechterspezifischer Rollenbilder unterschiedliche Lebensläufe von Frauen und Männern. Dies betrifft auch den Umgang mit herausfordernden Situationen und Problemen, Erkrankungen und Krisen, sodass die Geschlechter-Frage auch für den Bereich der Selbsthilfe eine wichtige Bedeutung erhält.
Obwohl es keine kontinuierlichen Erhebungen und Daten zum Anteil von Frauen im Selbsthilfebereich gibt, lässt sich feststellen, dass Frauen insgesamt häufiger an Selbsthilfegruppen teilnehmen als Männer. Vereinzelte Auswertungen von Selbsthilfeorganisationen bestätigen dies, nach denen die überwiegende Mehrheit der Kontaktanfragen von Frauen ausgeht. Auch bei Selbsthilfetagen sind meist weitaus mehr Frauen sowohl an den Informationsständen aktiv als auch als Besucherinnen vor Ort. Frauen legen auch eine höhere Bereitschaft an den Tag, gesundheitliche Vorsorgeangebote und andere Angebote des Gesundheitswesens in Anspruch zu nehmen. Die Selbsthilfe ist also bislang überwiegend „weiblich“.
Davon abgesehen gibt es bei einigen Themen gute und aus Sicht betroffener Frauen manchmal sogar zwingende Gründe, frauenspezifische Selbsthilfeangebote zu unterbreiten. Dies betrifft sowohl bestimmte Erkrankungen, von denen ausschließlich oder überwiegend Frauen betroffen sind, oder besondere Lebens- oder Problemlagen. Ob es sich nun um Schwangerschaft und Familie, Krebs, Gewalterfahrungen und Missbrauch, Sucht, das Leben mit einer Behinderung oder mit einem Migrationshintergrund handelt: Oft suchen Frauen gezielt den Kontakt und den Austausch mit anderen Frauen, möchten unter sich bleiben, da sie das Gefühl haben, dann offener und ohne Scham über ihre Gedanken und Probleme sprechen zu können. Es braucht also Selbsthilfeangebote ausschließlich für Frauen.
Das vorliegende Heft beleuchtet die Selbsthilfe und die Selbstorganisation von und für Frauen aus verschiedenen Blickwinkeln und zu unterschiedlichen Themenfeldern. Es kommen sowohl Betroffene als auch Selbsthilfegruppen sowie Vertreterinnen professioneller Frauenberatungsangebote zu Wort.

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In dieser TIPP-Ausgabe widmen wir uns der Elternselbsthilfe. Eltern, deren Kinder von einer Krankheit oder Behinderung betroffen sind, schließen sich zu Selbsthilfegruppen zusammen, um die individuellen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die eine Behinderung oder eine chronische Erkrankung eines Kindes mit sich bringen, gemeinsam zu meistern.

Im Mittelpunkt stehen dabei in aller Regel die Kinder, um deren Wohlergehen sich Eltern naturgemäß sorgen. Die ständige Sorge um die Kinder nimmt im Alltag so viel Raum ein, dass eigene Bedürfnisse vernachlässigt und hintenan gestellt werden. Eltern geraten dadurch leicht in einen Belastungskreislauf, der sie auf Dauer auslaugt und erschöpft. Womit unter dem Strich niemandem gedient ist – auch den Kindern nicht.

Um diese Mechanismen zu durchschauen und zu durchbrechen, kommt Selbsthilfegruppen eine wichtige Rolle zu. Im gemeinsamen Austausch und in Gesprächen kann es gelingen, sich von quälenden Schuldgefühlen zu befreien und Auswege aus der inneren Zerrissenheit zu finden. Eltern profitieren dabei von den Erfahrungen anderer Mütter und Väter und geben ihr eigenes Wissen weiter.

Selbsthilfegruppen bieten Raum für Begegnungen, Solidarität, gegenseitige Unterstützung, Halt, Trost, Rat und Hilfe. Insbesondere in schweren Lebensphasen, verursacht durch Scheidung und Trennung oder durch den frühen Tod eines geliebten Kindes. Lesen Sie in dieser Ausgabe, wie es gelingt, Herausforderungen gemeinsam durchzustehen und zu bewältigen.

Lesen Sie auch, wie es Eltern geht, deren Kind Mobbingattacken unter Gleichaltrigen ausgesetzt ist, wie eine Familie mit einem Kind mit Downsyndrom souverän das Leben meistert, wie Eltern den Dialog untereinander, mit Lehrer/innen und Institutionen befördern, um auf die Belange ihrer hörbehinderten Kinder aufmerksam zu machen, wie die Selbsthilfe junge Eltern begleitet, deren Kind mit einer Lippen-Gaumen-Fehlbildung zur Welt kommt, und Vieles andere mehr.

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Als „selten“ gilt eine Erkrankung dann, wenn nicht mehr als 5 von 10.000 Menschen in der EU an ihr erkrankt sind. Derzeit zählen ca. 7.000 - 8.000 Krankheiten zu den Seltenen Erkrankungen. Sie treten zwar selten auf, jedoch sind in Deutschland momentan 4 Mio. Menschen betroffen. Bei aller Unterschiedlichkeit der einzelnen Krankheitsbilder lassen sich doch gemeinsame Probleme ausmachen, die stets auf ihre Seltenheit zurückzuführen sind.

Weil diese Krankheiten so selten sind:
• ist das medizinische Fachwissen über sie gering,
• ist die Diagnose durch Allgemeinärzte schwierig und langwierig und es kommt oft zu Fehldiagnosen,
• ist über ihre Ursachen nichts oder wenig bekannt,
• sind Therapien rar und es werden überwiegend nur die Symptome behandelt,
• ist die medizinische Forschung erschwert, weil zur Durchführung klinischer Studien eine bestimmte Anzahl von Patienten benötigt wird,
• gibt es nur wenige Experten,
• stellt die Pharmaindustrie keine Medikamente her, denn wenige Betroffene bedeuten keinen oder zu geringen finanziellen Profit.
Aus diesen Gründen werden Seltene Krankheiten auch „Stiefkinder der Medizin und Forschung“ genannt.

Dies stellt Betroffene und Angehörige vor besondere Herausforderungen. Die Situation, lange Zeit nicht zu wissen, woran man leidet, eine wahre Odyssee von Arztbesuchen und Klinikaufenthalten hinter sich zu bringen, um dann zu erfahren, dass eine meist schwere und oft sogar unheilbare Krankheit vorliegt, führt zu Angst und Unsicherheit und zieht, zusätzlich zur Konfrontation mit der Krankheit an sich, eine enorme psychische Belastung nach sich.

Die Suche nach einer Selbsthilfegruppe, um die eigenen Erfahrungen, Ängste, Fragen, aber auch Hoffnungen mit anderen Betroffenen zu teilen, führt zum nächsten Problem. Denn vor Ort sind Selbsthilfegruppen meist nicht vorhanden, weil es eben so wenige Betroffene gibt. Daher greifen Selbsthilfeorganisationen vermehrt auf alternative, internetbasierte Formen des Austauschs, wie Chaträume, E-Mail-Beratung oder Internetforen zurück.

Das vorliegende Heft enthält interessante Informationen zu Seltenen Erkrankungen und Berichte betroffener Menschen. Sie erzählen uns von ihren Erfahrungen und ihrem Leben, das sie trotz und mit ihrer schweren Erkrankung meistern.

Wir wünschen Ihnen eine spannende und aufschlussreiche Lektüre!
Ihr TIPP-Redaktionsteam


Das Thema „Pflege“ bildet eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft. Dabei sind die Frage- und Problemstellungen, Einflussfaktoren und Rahmenbedingungen äußerst vielfältig und bedürfen einer komplexen Betrachtung.
So stellt sich Pflegebedürftigkeit nicht ausschließlich oder zwangsläufig altersbedingt ein. Die gestiegene Lebenserwartung bildet zwar eine der größten Risikofaktoren für Pflegebedürftigkeit, aber viele Menschen erfreuen sich auch noch in hohem Alter einer guten Gesundheit. Demgegenüber können auch jüngere Menschen vorübergehend oder langfristig pflegebedürftig werden, z. B. infolge einer Krankheit oder eines Unfalls.

Pflege in Deutschland wird überwiegend in der Familie erbracht. Zwar stehen Angehörige und Pflegefachkräfte vor einer vergleichbaren Herausforderung, doch kennzeichnen bestimmte gesellschaftliche Erwartungen und körperliche wie psychische Belastungen besonders die durch Angehörige geleistete häusliche Pflege. Pflegende Angehörige sind durch manchmal jahrelange Dauerbelastungen meist an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit und benötigen oft selbst Entlastung, Erholung und vor allen Dingen Verständnis für ihre Situation.

Es handelt sich dabei auch um ein großes Thema für die Angehörigen-Selbsthilfe. In der jüngeren Vergangenheit sind zahlreiche Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige entstanden. Diese Gruppen sind oftmals an ambulante Pflegedienste oder an Pflegestützpunkte angebunden. Hier finden Angehörige und gleichermaßen Betroffene Möglichkeiten des Austauschs und der Begegnung. Die Gruppenmitglieder helfen sich gegenseitig bei der Überwindung der Isolation und des Gefühls des Ausgebranntseins.

Pflege ist auch eines der wichtigsten Themen auf der regierungspolitischen Agenda: Mit dem ersten von zwei Pflegestärkungsgesetzen (das erste soll am 1. Januar 2015 in Kraft treten) ist den Betroffenen und Angehörigen eine Erweiterung und Erhöhung der finanzierbaren Pflegedienst-, Sach- und Geldleistungen in Aussicht gestellt. Damit kann sich die oft finanziell, aber auch persönlich belastende Pflegesituation für zu Pflegende wie auch Pflegepersonen durchaus entspannen und verbessern.

Die vorliegende TIPP-Ausgabe widmet sich aber nicht nur der Vielseitigkeit des Themas „Pflege“, sondern wendet sich auch der Hospizarbeit und Trauerbegleitung zu. Wir lassen Betroffene, Angehörige und professionell Tätige zu Wort kommen und bieten gleichzeitig wissenswerte Informationen.

Wir wünschen Ihnen eine spannende und aufschlussreiche Lektüre!
Ihr TIPP-Redaktionsteam


Das Spektrum psychischer Erkrankungen, Beeinträchtigungen und Verhaltensstörungen reicht sehr weit: Die „Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ der WHO benennt elf Unterkategorien für „Psychische und Verhaltensstörungen“. Diese fächern sich wiederum in unterschiedliche Krankheitsund Störungsbilder, wie Demenz, Schizophrenie, Ess-, Verhaltens-, Persönlichkeits- und Entwicklungsstörungen u. v. m. auf.

Die besondere Herausforderung sowohl für Betroffene selbst, wie auch für Angehörige und das gesellschaftliche Umfeld ist: Die Symptome sind unauffällig – kein Gips wie bei einem gebrochenen Bein, keine Narbe wie nach einer Operation.

Psychische Erkrankungen, v. a. wenn eine Einschränkung der beruflichen Leistungsfähigkeit vorliegt, stellen für die Betroffenen eine zusätzliche Belastung dar. Sie fühlen sich oft dem Verdacht ausgesetzt, sie seien „nicht wirklich krank“. Diese „unsichtbaren“ Erkrankungen werden immer noch schwer akzeptiert, was zu einer Stigmatisierung der Betroffenen führt. Dabei steht v.a. die moderne (Leistungs-) Gesellschaft im Verdacht, mit ihren Anforderungen an Geschwindigkeit und Flexibilität ein wesentlicher Faktor für den Anstieg psychischer Erkrankungen zu sein. Diese Vermutung legen auch alle Kranken-kassenstatistiken nahe, die hier einen auffälligen Anstieg der Arbeitsfehltage feststellen. Psychische Erkrankungen haben sich vor diesem Hintergrund zu einem Volksleiden entwickelt.

Doch nicht alle Krankheitsbilder stehen im Zusammenhang mit belastenden Lebensbedingungen oder traumatischen Ereignissen. Für den Bereich der Entwicklungsstörungen werden oftmals genetische oder andere biologische Ursachen diskutiert. Manche Störungen dieser Art sind in gesellschaftlichen Vorstellungen sogar eher mit einer „positiven“ Diskriminierung verbunden. Man denke nur an das Vorgehen von Unternehmen, Menschen mit bestimmten autistischen Inselbegabungen gezielt z. B. in IT-Bereichen einzusetzen, da sie hier ihre besonderen Fähigkeiten einbringen können.

Ob psychische Erkrankung oder Entwicklungsstörung, positive oder negative Diskriminierung: Dahinter stehen stets Menschen, die der vorherrschenden Meinung von „Normalität“ nicht entsprechen. Zugestehen muss man allerdings, dass seit einiger Zeit Bewegung in die Debatte kommt, auch im Zuge der stärker werdenden Forderungen nach Inklusion.

Vor diesem Hintergrund stellt der vorliegende TIPP die Frage „Normal oder einfach nur anders?“ und lässt Betroffene, Angehörige, Selbsthilfegruppen und professionell Tätige zu Wort kommen.

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Ob wir gesund oder krank sind, die Ernährung spielt eine große Rolle. Ernährung ist einerseits sehr persönlich, andererseits ein gesellschaftlich immer wieder diskutiertes Thema. Ernährung ist lebensnotwendig, sie ist eine Einstellung, sie ist Kultur, für einige gar eine Lebensphilosophie, für andere einfach nur ein Vorgang, um unseren Körper „betriebsbereit“ zu halten. Es gibt traditionelle, moderne, regionale und saisonale Ernährung, nach dem Fast Food kommt das Slow Food, Ernährungsempfehlungen basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen werden immer wieder neu formuliert.

Ernährung ist also ein komplexes Thema. Gerade in der Selbsthilfe ist sie für sehr viele Gruppen wichtig. Als eine der bekanntesten Krankheiten kann man sicherlich Diabetes nennen, aber auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten bzw. -allergien haben in den letzten Jahren vermehrt zugenommen. Doch auch für Betroffene mit anderen Krankheitsbildern, wie z. B. Dialysepatientinnen und -patienten oder Menschen mit Rheuma, ist die Frage, welche Lebens- und Nahrungsmittel man zu sich nimmt hinsichtlich Verträglichkeit mit Symptomen oder möglichen Risiken in Bezug auf Medikamente nicht zu verachten.

Die Ernährung hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt. Geforscht wird derzeit zu individualisierter oder funktioneller Ernährung, also zu Lebensmitteln, die speziell auf Konsumentinnen und Kosumenten zugeschnitten sind. Die Vielfalt an Möglichkeiten wird immer größer und damit auch die Herausforderung für Betroffene, die für sie passende Nahrung sorgfältig auszuwählen.

Das vorliegende TIPP-Heft beleuchtet den Zusammenhang zwischen Ernährung bei unterschiedlichen Erkrankungen und dem Engagement in der Selbsthilfe. Es kommen Betroffene zu Wort, aber auch professionell Tätige.

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Michael Möller, Selbsthilfegruppe Nahrungsmittelunverträglichkeiten &
Ihr TIPP-Redaktionsteam


Denkt man an Suchterkrankungen, hat man zunächst die stoffgebundenen Suchtmittel wie Alkohol und Tabletten oder illegale Drogen wie Cannabis, Heroin usw. im Blickfeld. Nicht stoffgebundene Süchte, sogenannte „Verhaltenssüchte“, sind zunächst nicht im Fokus. Dennoch handelt es sich um Suchtformen, die sehr vielfältig sind. Dazu zählen u.a.: Kaufsucht – Sportsucht – Arbeitssucht – Internet-Abhängigkeit / Computersucht – Glücksspielsucht – Esssucht / Magersucht / Bulimie – Sammelsucht (Messie-Syndrom) – Co-Abhängigkeitserkrankungen. Bei solchen Verhaltenssüchten handelt es sich um exzessive Verhaltensmuster, die ein vertretbares Ausmaß überschreiten. Sie nehmen einen überdimensionierten Raum im täglichen Leben ein, von deren Ausübung schließlich das Selbstwertgefühl der Betroffenen abhängt.

Man geht von ca. 400.000 Menschen aus, die unter einer Verhaltenssucht leiden. Das Suchtverhalten ist vergleichbar mit dem bei stoffgebundenen Süchten. Es dient z.B. zur Stimmungsveränderung, Spannungsreduktion, Stressbewältigung oder zum Aufbau und zur Stabilisierung des Selbstwertgefühls. Die Konsequenzen einer Verhaltenssucht können ebenso bedrohlich sein wie bei stoffgebundenen Süchten. Der Verlust sozialer Kontakte und Vereinsamung (Internet- oder PC-Sucht), finanzielle Probleme, die bis hin zur Beschaffungskriminalität reichen können (Glücksspiel- oder Kaufsucht), oder auch die direkte körperliche Selbstschädigung bis hin zum Tod (Ess-,   Magersucht und Bulimie) sind Folgen von Verhaltenssüchten, die von den „klassischen“ stofflichen Süchten hinreichend bekannt sind.

Das süchtige Verhalten wird in einem gewissen Umfang durch gesellschaftliche Konventionen zusätzlich befördert. Exzessives Kaufen, übersteigertes Arbeiten, unkontrolliertes Surfen im Internet, zu häufige Computerspiele und vermeintliche Schönheitsideale werden nicht ausreichend problematisiert und verharmlost. In Leistungsgesellschaften wird maßloser beruflicher Einsatz in der Eigen- wie auch in der Fremdwahrnehmung oft als vorbildliche Arbeitsethik fehlinterpretiert. Wo das medial allgegenwärtige Schönheitsideal v.a. für Frauen dem Prinzip des „weniger ist mehr“ unterliegt, ist krankhaftem Schlankheitswahn und selbstzerstörerischem Essverhalten schwer entgegenzutreten. Ähnlich verhält es sich mit der Kauf- und Sammelsucht. In Konsumgesellschaften hat der Besitz möglichst vieler Statussymbole einen hohen Stellenwert und symbolisiert beruflichen Erfolg, der auch den (Selbst-)Wert von Menschen zu definieren scheint.

Diese TIPP-Ausgabe widmet sich einer Auswahl an Verhaltenssüchten, beleuchtet Sichtweisen von Betroffenen und lässt das professionelle Hilfesystem zu Wort kommen.

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Ihr Redaktionsteam


Alkoholische Getränke gehören für die meisten Menschen zum Alltag. Besonders bei Festen und geselligen Veranstaltungen wird gerne mal gemeinsam angestoßen.
Was für die meisten Menschen ein harmloser Genuss ist, kann vielen anderen jedoch zum Ver-
hängnis werden. Die Zahl der registrierten Behandlungsfälle durch übermäßigen Alkoholkonsum ist laut Statistischem Bundesamt in den zurückliegenden Jahren deutlich angestiegen. Aber auch der Anstieg beim Konsum illegaler Drogen ist ungebrochen. Suchthilfeeinrichtungen bestätigen diese Tendenz.

In der Suchthilfe existieren neben dem professionellen Hilfesystem vielfältige Selbsthilfegruppen. Ihre Angebote haben sich sowohl bei legalen Suchtmitteln, wie Alkohol und Tabletten, als auch bei illegalen Drogen, wie Heroin, Kokain oder Cannabis, bewährt. Es ist bewiesen, dass Entwöhnungsbehandlungen mit nachsorgenden Angeboten, zu denen unter anderem die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe zählt, weitaus erfolgreicher und nachhaltiger sind als ohne diese Maßnahmen.

Ein relativ neues Kapitel der Suchterkrankungen bilden die sogenannten nichtstoffgebundenen Süchte, wie Spielsucht, Esssucht, Internetsucht, etc. Diesen Themen werden wir in der nächsten TIPP-Ausgabe größere Aufmerksamkeit schenken.

Dagegen hat die Alkoholsuchtselbsthilfe in Deutschland eine lange Tradition. So geht beispielsweise die Gründung der Kreuzbundes auf das Jahr 1896 und die der Guttempler sogar auf das Jahr 1889 zurück. Ihnen und den anderen Verbänden und Selbsthilfegruppen kommt ein wichtiger Part innerhalb des Hilfesystems zu. Sie fordern Betroffene dazu auf, eigenverantwortlich mit der Erkrankung umzugehen und aktiv an einem positiven Krankheitsverlauf mitzuwirken. Durch ihre Gemeinschaft und Solidarität helfen sie sich und anderen betroffenen Menschen zurück zu einem selbstbestimmten, würdevollen und zufriedenen Leben.

Wir freuen uns, Ihnen einen Einblick in das Engagement der zahlreichen Selbsthilfegruppen und -institutionen, Netzwerke und Projekte im Bereich stofflicher Süchte geben zu können und wünschen Ihnen eine interessante Lektüre!
Ihr Redaktionsteam


Das Internet als Kommunikationsmedium gehört mittlerweile für die meisten Menschen zur Alltagsnutzung dazu. Es birgt viele Chancen, wie beispielsweise die schnelle Kontaktmöglichkeit mit Menschen, die weiter entfernt wohnen. Man kann miteinander ins Gespräch kommen in einem Internetchat, Informationen können online ausgetauscht werden, Inhalte lassen sich rasch verbreiten und können mit einem Klick zeitgleich mit vielen anderen Personen geteilt werden. Und das Ganze rund um die Uhr und mit der entsprechenden Technik von fast jedem Ort aus, auch wenn man nicht mobil ist.

Bei allen Vorteilen muss berücksichtigt werden, dass das Internet als Wissensquelle jedoch auch Risiken birgt. Denn entscheidend für den Informationsgehalt und die Qualität ist auch die jeweilige Quelle, bei der man die Information vorfindet. Wir haben uns zudem gefragt, ob der Vorteil von schneller Suche und der Zugang zu Informationen rund um die Uhr den realen Kontakt mit Menschen, also das Gespräch „face to face“, überflüssig werden lassen? Steht der virtuelle Austausch in Chatrooms gar in Konkurrenz zur „realen“ Gesprächsgruppe? Wie steht es um die Vertrauenswürdigkeit, wenn man sensible Daten zur eigenen Erkrankung in offenen Foren mitteilt? Können Internetportale eine bereichernde Ergänzung zum Treffen in der eigenen Selbsthilfegruppe sein? Oder trägt die Nutzung des Internets gar zu einem „Gruppensterben“ vor Ort bei, da der Zulauf jüngerer Menschen in unsere Selbsthilfegruppen verhindert wird?

Diesen Themen nähern wir uns in der aktuellen Ausgabe des TIPP an, beispielsweise mit Erfah-
rungsberichten von Selbsthilfegruppen, die das Internet bereits langjährig und aktiv nutzen. Außerdem haben wir weiterführende Informationen zur Selbsthilfe im Internet für Sie gesammelt, möchten Wissenswertes für den Internetauftritt der eigenen Selbsthilfegruppe anbieten und berichten über Fördermöglichkeiten.

Für die aktuelle Ausgabe des TIPP wünschen wir viel Freude beim Lesen und vielleicht sogar schon die ein oder andere Idee für den Auftritt Ihrer Selbsthilfegruppe im Netz!

Ihr Redaktionsteam


In dieser Ausgabe befassen wir uns mit dem Thema „Angehörige engagieren sich in der Selbsthilfe“. Auch Angehörige von chronisch Kranken, Behinderten, psychisch Erkrankten benötigen Unterstützung in ihrer Rolle als Eltern, Kinder, Geschwister, Partnerin oder Partner bei der Bewältigung des Alltags.

Eine soziale Notlage, sei sie psychischer oder auch physischer Natur, verändert nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihre unmittelbare Umgebung. Sie greift in das Alltagshandeln des Umfeldes ein, verändert Gewohntes, verschiebt Vertrautes und erzeugt neue Herausforderungen. Hierbei bietet das Engagement in Selbsthilfegruppen von Angehörigen begleitende Hilfestellung bei der Alltags- und Lebensbewältigung.

Betrachtet man die Historie der Selbsthilfe, dann tauchen erste Angehörigengruppen in Deutschland Ende der 60er Anfang der 70er Jahre, noch im Zuge der Studentenbewegung, im Behindertenbereich auf. Hier engagierten sich Eltern von behinderten Kindern zusammen mit Fachleuten und formierten sich zur bald bundesweit aktiven „Bundesvereinigung Lebenshilfe“ mit derzeit fast 600 Untergliederungen in Deutschland.

Dieses Heft gewährt einen Blick auf verschiedenste Ausprägungsformen der Selbsthilfe von Angehörigen.

Viel Freude beim Lesen wünscht Ihr Redaktionsteam!


In dieser Ausgabe des TIPP befassen wir uns mit dem Thema „Vernetzung - Gemeinsam sind wir stark“. Unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit spielen auch in der Selbsthilfegruppenarbeit eine immer größere Rolle. Oftmals reichen regelmäßige Gruppentreffen den Mitgliedern auf der Angebotsseite nicht aus. Durch die Vernetzung mit Institutionen im Gesundheitswesen erhalten Selbsthilfegruppen Fachinformationen, die sie unmittelbar an ihre Mitglieder weitergeben können. Neubetroffene, die einen akuten Unterstützungs- und Hilfebedarf haben, bekommen durch Kliniken und medizinische Fachdienste gezielte Informationen über Selbsthilfeaktivitäten. Die Gruppen können dadurch neue Mitglieder gewinnen.

Auch Kliniken und andere Institutionen im Gesundheitswesen profitieren von der Vernetzung mit der Selbsthilfebewegung. Sie erweitern ihre Kenntnisse über Beratungsund Hilfeangebote in der Region und können Neuerkrankten nach dem stationären Aufenthalt eine Perspektive für weitergehende Unterstützung und Betreuung anbieten.

Der Blick über den Tellerrand spielt eine zunehmend wichtige Rolle – auch und gerade bei der Unterstützung und Betreuung kranker Menschen und ihrer Angehörigen. Je nach Krankheitsbild ergeben sich zusätzlichen Anforderungen, sei es im Umgang mit Behörden oder aufgrund psychischer Auswirkungen oder anderes mehr. Die Verzahnung mit anderen Arbeitsfeldern kann hier dienlich sein.

Viele Selbsthilfegruppen haben sich zu überregionalen Verbänden zusammengeschlossen, um den gegenseitigen Austausch zu befördern, um Potenziale zu bündeln und zur Steigerung des Gewichtes bei der sozialpolitischen Durchsetzungskraft. Vernetzung heißt auch, sich dem medialen Zeitalter zu stellen, klassische Informationswege auszuweiten und sie den veränderten Bedarfen der Gesellschaft anzupassen. Homepages, Online-Foren und Soziale Netzwerke zählen zunehmend zur Grundausstattung von Beratung und eröffnen vielfältige Kommunikationswege. Ein Weg, um gezielt jüngere Generationen anzusprechen.

Wir wollten in dieser Ausgabe erfahren, wie Selbsthilfegruppen Vernetzung leben und erleben. Mit wem und wodurch vernetzen sie sich? Warum ist Vernetzung für ihre Arbeit wichtig? Es gibt vielfältige Herangehensweisen. Dies zeigen die Beiträge in diesem Heft.

Viel Freude beim Lesen wünscht Ihr Redaktionsteam!


Diese Ausgabe des TIPP befasst sich mit dem Themenschwerpunkt „Inklusion“.

Weltweit gibt es mehr als eine Milliarde Menschen mit einer Behinderung. In Deutschland sind es etwa 9,6 Millionen. Dies entspricht gut 11,7 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger. 7,1 Millionen gelten als schwerbehindert; 2,5 Millionen leben mit einer leichteren Behinderung. Das Hessische Statistische Landesamt beziffert die Anzahl der Menschen mit Behinderungen in Hessen auf insgesamt 590.000.

Die Vereinten Nationen verabschiedeten im Jahr 2008 das „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ – auch Behinderten-rechtskonvention oder kurz - UN-BRK genannt. Deutschland ratifizierte diese Konvention im Februar 2009 und somit ist diese auch in der Bundesrepublik Deutschland ein abgeschlossener völkerrechtlicher Vertrag, der Menschenrechte für die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen konkretisiert, um ihnen die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Stellt man sich nun die Frage, was zur Erfüllung des Menschenrechts auf ein inklusives Leben bis dato geschehen ist, so wird schnell klar, dass das Thema zwar bei vielen Menschen angekommen ist, jedoch die Umsetzung erst am Anfang eines langen Prozesses steht, der sicher noch viele Jahre dauern wird. Vieler Orts bilden sich Aktionsbündnisse, Initiativen und Gremien, die versuchen, in ihren Regionen inklusives Leben voranzutreiben und Maßnahmen, die für die Verwirklichung dieses Ziels notwendig sind, auf den Weg zu bringen.

Wir wollten von den Selbsthilfegruppen wissen, wie sie Inklusion deuten und was inklusives Leben für die Betroffenen bedeutet. Lesen Sie in dieser Ausgabe unter anderem, was die Schlagworte „Barrierefreiheit“ und „Inklusion“ für gehörlose Menschen in Fulda bedeuten, welche konkreten Ideen und Anforderungen psychisch kranke Menschen an eine inklusive Gesellschaft stellen, warum Gesundheitsförderung wichtig für ein inklusives (Zusammen-) Leben sein kann, welch wichtige Bedeutung die Entwicklung eines „Wir-Gefühls“ innerhalb unserer Gesellschaft hat und welche konkreten Maßnahmen in Städten wie Fulda, Offenbach und Darmstadt auf den Weg gebracht werden, um eine barrierefreie und inklusive Gesellschaft voranzutreiben und auf welche Hindernisse man bei der Umsetzung stoßen kann….

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!

Ihr Redaktionsteam