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Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen sind Zusammenschlüsse einer überschaubaren Anzahl von Personen (ca. 7-15 Mitglieder), die sich regelmäßig zu festen Terminen (z.B. wöchentlich, 14-tägig oder einmal im Monat) treffen. Sie entstehen aus einem selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Engagement Betroffener bzw. Angehöriger. Die Motivation hierzu ist in dem Wunsch begründet, an der eigenen Situation etwas zu verändern.

Im Mittelpunkt der Gruppenarbeit steht der gemeinsame Erfahrungs- und Informationsaustausch. Bei den regelmäßigen Gruppentreffen erfahren die Einzelnen Entlastung und Unterstützung durch die anderen Mitglieder. Sie lernen, mit ihrem Problem umzugehen bzw. es zu bewältigen und helfen dabei nicht nur sich selbst, sondern im Austausch auch gegenseitig den anderen. Selbsthilfegruppen gibt es in den Formen strukturierter Gesprächskreise, als „Stammtisch“ oder auch als Gemeinschaft, die zur Problembewältigung neben dem Austausch eine gemeinsame Aktivität ausübt.

In gesundheits- bzw. krankheitsbezogenen Selbsthilfegruppen informieren sich die Mitglieder gegenseitig, z.B. über Behandlungsmöglichkeiten ihrer Erkrankung, Medikamente und Nebenwirkungen oder auch zu Fragen des Schwerbehindertenrechts oder der Pflege- und Krankenversicherung. In Gruppen zu anderen belastenden Lebenssituationen bereichern sich die Mitglieder gegenseitig ebenfalls durch wertvolle Tipps zu Unterstützungsangeboten, das Teilen von Strategien zur Problembewältigung und natürlich ein offenes Ohr.

Selbsthilfegruppen arbeiten selbstbestimmt, d.h. die Inhalte und Arbeitsweisen der Gruppe werden von den Mitgliedern festgelegt und orientieren sich an ihren Wünschen und Bedürfnissen. In der Regel sind Selbsthilfegruppen Zusammenschlüsse „auf Augenhöhe“, die nicht professionell angeleitet werden.  

Es gibt auch Initiativen, die ihr Wissen nicht nur innerhalb der Gruppe austauschen, sondern ihre Erfahrungen anderen Betroffenen zur Verfügung stellen. Sie bieten über Beratungstelefone, Sprechstunden und Medien Information, Beratung und Hilfe für Betroffene und ihre Angehörigen an.

Selbsthilfeorganisationen

Selbsthilfeorganisationen sind Gruppen und Vereine, die sich über die örtliche Ebene hinaus zu Verbänden auf Landes- oder Bundesebene zusammenschließen, um so ihre Interessen zum Beispiel als Lobby der Patienten für eine bessere Versorgung wirkungsvoller zu vertreten.

In der Realität sind die Übergänge zwischen diesen Formen der Selbsthilfe jedoch sehr fließend. So gibt es neben großen Verbände von chronisch kranken Menschen, die professionell arbeiten, weit verzweigte Gruppenstrukturen haben und kompetente sozialrechtliche Beratung machen können, eine Vielzahl kleiner Organisationen. Diese arbeiten  z.B. zu sehr seltenen Erkrankungen. Sie sind zwar bundesweit organisiert, haben aber de facto den Charakter einer Selbsthilfegruppe. Sie alle bieten Hilfe, Erfahrungsaustausch, Beratung und Unterstützung an. Da aber ein Großteil der Arbeit unbezahlt und freiwillig gemacht wird, sind das konkrete Angebot und auch die Leistungsfähigkeit sehr unterschiedlich.

Für die Bereitstellung dieser Texte bedanken wir uns bei der Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle SEKIS in Berlin.