Am 16.09. ist der Tag der Selbsthilfe! Wir machen mit und laden zu einem spannenden Fachtag ein!
„Selbsthilfe als zentralen Bestandteil kommunaler Gesundheitsversorgung für alle offen gestalten“.
Selbsthilfegruppen sind ein zentraler Bestandteil kommunaler Gesundheitsversorgung. In Selbsthilfegruppen vernetzen sich Menschen rund um ihre eigene Betroffenheit, erleben Selbstwirksamkeit und finden Gemeinschaft. Der Zugang zu Selbsthilfegruppen fällt aber nicht allen Menschen gleichermaßen leicht. Mitunter fehlt es an Informationen, den passenden Rahmenbedingungen für Treffen oder es bestehen Vorbehalte. Gerade Menschen mit Migrationsgeschichte, junge Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität sind in Selbsthilfegruppen seltener vertreten. Der Fachtag klärt über die Angebote professioneller Selbsthilfeunterstützung auf und beleuchtet an „Best-Practice-Beispielen“, wie Gruppen in Ihrer Vielfalt unterstützt werden können, ohne ihre Selbstbestimmung zu sabotieren. Fachkräfte und ehrenamtliche aus Fachstellen und Vereinen im Sozial- und Gesundheitsbereich können die Veranstaltung nutzen, um sich mit der Frage zu beschäftigen, wo in der eigenen Arbeit Schnittstellen zur Selbsthilfe und zur professionellen Selbsthilfeunterstützung gestaltet werden können und, wie Menschen bei der Bewältigung von Krisen und Erkrankungen in Ihrer Eigenaktivität gestärkt werden können.
Fachveranstaltung für ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter*innen von Fachstellen und Vereinen im Sozial- und Gesundheitsbereich.
Im kompakten Online-Format informieren wir Sie kostenlos über die Leistungen unserer Selbsthilfebüros, das Konzept Selbsthilfe und die Frage, wie Sie als Fachstelle zu (noch) mehr Vielfalt in der Selbsthilfebeitragen können!
Hier können Sie sich anmelden.
Hier finden Sie Infos zu den verschiedenen Workshops:
Workshop 1: Migration - Zugänge zur Selbsthilfe für Menschen mit Einwanderungs- und Migrationsgeschichte verbessern
Moderation: Septi P. Sakti und Claudia Ray
Menschen mit Einwanderungs- und Migrationsgeschichte nutzen Selbsthilfeangebote bislang häufig seltener als andere Bevölkerungsgruppen. Sprachliche Hürden, fehlende Informationen über das Selbsthilfesystem, kulturelle Unterschiede oder mangelndes Vertrauen können den Zugang erschweren. Gleichzeitig bietet Selbsthilfe wertvolle Möglichkeiten für Austausch, gegenseitige Unterstützung und gesellschaftliche Teilhabe.
Im Workshop beleuchten wir die Bedeutung von Selbsthilfe für Menschen mit Einwanderungs- und Migrationsgeschichte sowie bestehende Zugangsbarrieren. Das Selbsthilfebüro Osthessen stellt Erfahrungen aus dem Arbeitsbereich „Selbsthilfe und Migration“ vor und gibt Einblicke in Ansätze zur Ansprache und Unterstützung unterschiedlicher Zielgruppen. Darüber hinaus wird mit dem „Café Kompass“ ein erfolgreiches Praxisbeispiel aus dem Odenwald vorgestellt, das die Zusammenarbeit von Selbsthilfe und Angeboten für Geflüchtete veranschaulicht.
Im Mittelpunkt stehen der Austausch über erfolgreiche Wege zur Öffnung der Selbsthilfe, die Sichtbarmachung von Good-Practice-Beispielen sowie die Vernetzung der Teilnehmenden. Der Workshop richtet sich an Fachkräfte aus Selbsthilfe, Gesundheitswesen, Sozialarbeit, Integrationsarbeit und alle Interessierten, die sich für mehr Teilhabe und einen niedrigschwelligen Zugang zur Selbsthilfe engagieren.
Workshop 2: Junge Selbsthilfe – gemeinsam Zugänge schaffen
Moderation: Christiane Schär und Emily Best
Junge Menschen organisieren sich in der Selbsthilfe oft anders als klassische Gruppen – mit eigenen Themen, Formaten und Zugängen. Doch wie gelingt es, junge Menschen für Selbsthilfe zu gewinnen, und welche Rolle können Fach- und Beratungsstellen dabei spielen? Im Panel geben wir einen Einblick in die junge Selbsthilfe und stellen Beispiele engagierter junger Selbsthilfegruppen vor. Anschließend berichten Kooperationspartnerinnen aus dem Hochschulkontext gemeinsam mit dem Selbsthilfebüro von ihren Erfahrungen bei der Initiierung neuer Selbsthilfegruppen: Welche Chancen bietet die Zusammenarbeit? Welche Herausforderungen gilt es zu meistern? Im gemeinsamen Austausch diskutieren wir, wie Kooperationen zwischen Fachstellen und junger Selbsthilfe erfolgreich gestaltet werden können.
Workshop 3: Engagiert für eine vielfältige Selbsthilfe
Moderation: Tom Schüler und Anne Duscha
Der gegenseitigen Unterstützung "auf Augenhöhe" in Selbsthilfegruppen steht das bürgerschaftliche Engagement mit seinem Anliegen gegenüber, das Gemeinwohl zu fördern. Beide Engagementformen fördern Solidarität, Eigeninitiative und Teilhabe, stärken die Lebensqualität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Obwohl Selbsthilfegruppen selbstorganisiert und aus eigener Betroffenheit funktionieren, können sie davon profitieren, wenn Außenstehende sich "für sie engagieren". Dieses Panel zeigt, wie die Vielfalt in der Selbsthilfe durch bürgerschaftliches Engagement gestärkt werden kann, ohne den Menschen die Selbstwirksamkeit zu nehmen, die Selbsthilfe so hilfreich macht. Freiwilligenzentren spielen dabei als Unterstützung eine wichtige Rolle. Gleichzeitig braucht es gute Konzepte, um die Selbstorganisation nicht zu sabotieren: Exemplarisch wird das In-Gang-Setzer-Projekt vorgestellt, das u.a. bei der Unterstützung migrantischer Selbsthilfegruppen und in der Pflegeselbsthilfe zum Einsatz kommt.
