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Soziale Selbsthilfe - Gesellschaft gemeinsam gestalten

Liebe Leserinnen und Leser,

 

nun ist die Protestwelle der internationalen „Occupy-Bewegung“ also auch

in Deutschland angekommen. Die Akteure haben ihre Zelte in Frankfurt am

Main aufgeschlagen, um ihrem Ruf nach gelebter Demokratie Nachdruck zu

verleihen.

Die Proteste richten sich in erster Linie an die Adresse der Banken und anderer

Finanzakteure als Auslöser der globalen Finanzkrise. Die demonstrierenden

Bürgerinnen und Bürger sind davon überzeugt, ihr Schicksal selbst in die Hand
nehmen zu müssen, um die Banken endlich in die Schranken zu weisen und um
eine strenge Regulierung der Finanzmärkte durchzusetzen. Ins Visier sind aber
auch die politisch Verantwortlichen geraten, die aus Sicht der Protestierenden
eher als Erfüllungsgehilfen der Verursacher denn als Vertreter des Volkes
gehandelt haben.

Sich in gesellschaftliche Prozesse einzumischen, Zusammenhalt und Solidarität

zu zeigen, steht auch für den Teil des Bürgerschaftlichen Engagements,

der gemeinhin mit dem Begriff „Soziale Selbsthilfe“ bezeichnet wird. Soziale

Selbsthilfe bildet neben der Gesundheitlichen Selbsthilfe einen weiteren

Schwerpunkt der Bürgerbeteiligung, auf den diese TIPP- Ausgabe besonderes

Augenmerk richtet.

Trauernde Angehörige, arbeitslose Menschen, Eltern, die in Eigeninitiative die

Betreuung ihrer Kinder organisieren, immer mehr Bürgerinnen und Bürger

werden selbst aktiv und bringen sich auf vielfältige Weise in das Gemeinwesen

ein und fordern das Recht auf Mitsprache bei für sie wichtigen Themen.

So wirkt Selbsthilfe im Sinne der Stärkung der bürgerschaftlicher Verantwortung

des Einzelnen nicht zuletzt demokratisierend und sorgt für Beteiligungs-

und Teilhabemöglichkeiten.

 

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!

 

Ihr Redaktionsteam

Download TIPP 29 (PDF)