TIPP
Generationenwechsel in der Selbsthilfe
Liebe TIPP - Leserinnen und – Leser,
Sie halten die erste Ausgabe des Selbsthilfemagazins TIPP des Jahres 2011 in Händen. Wir hoffen, Ihnen gefällt das Heft und können Sie mit vielen interes-
santen Beiträgen rund um die Selbsthilfe gut informieren.
Die neue Ausgabe stellt sich der ewig neuen Frage, wie Selbsthilfegruppen, Selbsthilfekontaktstellen wie auch andere soziale Organisationen ihre Angebote ausrichten sollten, um auch junge Menschen für ihre Arbeit zu begeistern. Dem voraus geht die oft gehörte Klage gestandener Selbsthilfeakteure, sie fänden keinen „geeigneten“ Nachwuchs und somit junge Menschen, die bereit sind als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und Verantwortung für die Gruppen-
arbeit zu übernehmen. Unbestritten ist die Tatsache, dass viele chronische Er-
krankungen erst im späteren Erwachsenenalter auftreten. Somit gibt es für die beobachtete „Überalterung“ der Selbsthilfegruppen auch ganz „natürliche“ Ur-
sachen. Häufig hört man aber auch von Menschen in Leitungsfunktion in Selbsthilfegruppen, die insgeheim an ihren Ämtern und Funktionen festhalten und Verantwortung nicht wirklich teilen oder abgeben möchten. Dies so wird berichtet sei keine böse Absicht, sondern spiele sich bei den Betroffenen eher unbewusst ab.
Vielleicht ist es notwendig, dass sich Selbsthilfegruppen umorientieren weil bestimmte Maßnahmen bereits überholt sind, junge Menschen nicht anspre-
chen und bald der Vergangenheit angehören werden. Solche Überlegungen gelten jedoch nicht nur für die Arbeit von Selbsthilfegruppen. Alle sozialen Organisationen sind gefragt, wenn es darum geht, notwendige Anpassungen vorzunehmen und zeitgemäße und zielgerichtete Angebote zu schaffen. Auch die Angebote von Selbsthilfekontaktstellen sollten von Zeit zu Zeit auf den Prüf-
stand gestellt und danach hinterfragt werden, welche Leistungen besonders gefragt sind.
Diesen und anderen Fragen gehen wir in diesem Heft nach. Wir werden auch beleuchten, welche Bedeutung zukünftig neue Medien und vor allem das Internet für junge Menschen und somit auch (?) für die Arbeit von Selbsthilfegruppen haben. Nicht zuletzt möchten wir aber auch Ihren Mut zu Veränderungen wecken. Viele Gruppen haben bereits gute Erfahrungen mit neuen, innovativen Arbeits-
ansätzen gemacht. Auch solche „Best-Practice-Beispiele“ werden wir Ihnen vorstellen.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und freuen uns auf Ihre Kommentare!
Ihr Redaktionsteam


