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Gesundheitsberatung und Selbsthilfe

Liebe TIPP-Leserinnen und -Leser,

 

Beratung in Gesundheitsfragen - der Bedarf steigt ständig

 

Aus dem Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung vom November 2009 geht hervor, dass drei Viertel der Bevölkerung (78 %) Beratung in Gesundheits-

fragen suchen.

 

60 Prozent der Nutzer von unabhängigen Beratungseinrichtungen sind zu-

frieden mit den erhaltenen Informationen. Die Beratungseinrichtungen von Krankenkassen, Ärztekammern, Apotheken erreichen in punkto Zufriedenheit nur 43 Prozent und die der staatlichen Einrichtungen nur 30 Prozent. Zu den unab-

hängigen Einrichtungen gehören die Verbraucherzentralen (81 Prozent), unab-

hängige Patientenberatungsstellen (76 Prozent), Selbsthilfegruppen (71 Prozent) und Wohlfahrtsbeziehungsweise Sozialverbände (61 Prozent). Jeder Dritte ist der Ansicht, dass diese Stellen besonders kompetent seien (37 Pro-

zent). Vor allem bei finanziellen und rechtlich Fragen (47 Prozent) sowie bei Fragen zu Erkrankungen und Therapievorschlägen (38 Prozent) stehen sie hoch im Kurs.

 

Das Vertrauen in die Beratungskompetenz wird offenbar selten enttäuscht:

Nur jeder zehnte Befragte hätte sich mehr Unterstützung gewünscht. Fragt man nach Beratungsangeboten, die zukünftig an Bedeutung gewinnen, werden

die Organisation der Pflege von Angehörigen (54 Prozent), Widersprüche gegen Bescheide von Krankenkassen (48 Prozent) sowie die Suche nach Adressen guter Behandlungseinrichtungen (36 Prozent) genannt. Der wachsende Bedarf an inhaltlicher Beratung deutet darauf hin, dass die Patienten Behandlungs-

vorschläge zunehmend hinterfragen beziehungsweise selbst ber die best-

mögliche Behandlung ihres Gesundheitsproblems mit entscheiden wollen.

Ein Hinweis auf eine zunehmend kritische Grundhaltung der Patienten und Versicherten könnte die Beobachtung sein, dass die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme einer Beratung steigt, je größer die Skepsis bei der zu-

künftigen Entwicklung des deutschen Gesundheitswesens ist.

 

Lesen Sie in diesem Heft, welche Voraussetzungen es für eine funktionierende

Beratung gibt und wie einzelne Selbsthilfegruppen ihren selbstgestellten

Beratungsauftrag erfüllen.

 

Ihr Redaktionsteam

 

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