TIPP
Selbsthilfegruppe: Wege zum Wunschkind in Fulda
von K. Hohmann-Vierhellig
Irgendwann kommt er bei vielen Paaren auf: Der Wunsch nach Kindern. Wenn es dann nicht klappt, kann das für die Betroffenen sehr belastend sein. Wir kennen dieses Gefühl und haben die SHG „Wege zum Wunschkind“ gegründet. Unser Wunsch ging in Erfüllung – und das gleich doppelt.
Dass heute bei uns zu Hause so viel Leben ist, haben wir der Möglichkeit der Kinderwunschbehandlung zu verdanken. Im August 2009 haben wir mit unseren ersten Versuch begonnen. Es sollten noch drei weitere Versuche in den nächsten 1 1/2 Jahren folgen. Das war keine einfache Zeit für uns. Schwer nachvollziehbar, wenn man es nicht selbst erlebt habt.
Medizinisch sind Paare, die sich für eine künstliche Befruchtung entscheiden, gut versorgt. Aber der psychische Aspekt, und das ist ein ganz Entscheidender, wird nur unzulänglich beachtet. Ärzte und Schwestern, die Paare während der Behandlung betreuen, können das nicht leisten. Obwohl sie die Betroffenen immer wieder motivieren und ein offenes Ohr für die Paare haben.
Deshalb haben wir im Sommer 2010 die Gruppe ins Leben gerufen. Man sehnt sich einfach danach, sich mit Paaren auszutauschen, die das Gleiche durch-machen. Die Gespräche zu diesem sehr komplexen und emotionalen Thema haben uns sehr geholfen.
Wir möchten Mut machen: Man darf sich nicht einschließen und sollte versuchen, offen mit dem Thema „Kinderwunsch“ umzugehen. Es gibt Paare, für die ist diese Zeit eine regelrechte Zerreißprobe. Den Moment zu verarbeiten, wenn man merkt, dass es wieder nicht geklappt hat, wird immer schwieriger. Das Schlimmste ist, wenn man nur noch hofft, dass es geklappt hat und nicht mehr aktiv in die Behandlung eingreifen kann. Auch muss man aushalten, dass um Einen herum alle Kinder bekommen bzw. welche haben. Und was ist mit Einem selbst? Die ständige Frage, ob man selbst einmal Kinder haben wird oder nicht, lässt Einen nicht los. Man steht mit dem Thema auf und man geht damit Schlafen. Außerdem ist eine Behandlung sehr teuer und wird in vielen Fällen nur zum Teil von den Kassen übernommen.
In der Gesellschaft ist das Thema ein Tabu, und das ist falsch. Paare, die diesen Weg gehen, können stolz darauf sein, dass sie ihn gehen. Einfach ist er nicht, aber er dient trotz allem auch dazu, als Paar und als einzelne Persönlichkeit zu wachsen. Unsere Geschichte soll Beispiel dafür sein, dass es sich lohnt, diesen nicht ganz einfachen Weg zu gehen.
Kontakt: K. Hohmann-Vierheilig, S. Vierheilig
E-Mail: kinderwunsch.fd@t-online.de
Telefon: 0661/9627422

