TIPP
Man kennt sich -Über die Arbeit des Schlaganfallverbandes
Von Klaus Schulz
„Als wir vor 20 Jahren mit unserer Selbsthilfearbeit begonnen haben, mussten wir uns die Ärzte mühsam suchen. Heute laufen uns die Ärzte nach, um Vorträge zu halten. Dementsprechend haben wir Connections zu den Fachärzten und kann dann auch die Patienten unterbringen. Das ist auf dem
Land nicht anders als in der Stadt. Ansonsten muss man sich kümmern." Dies sagt Doris Böhm vom Selbsthilfeverband Schlaganfall SSB e.V.
Es kann durchaus von Vorteil sein, auf dem Lande zu leben, denn hier weiß der eine vom anderen, was er hat. Das spricht sich rum. Kontakte sind schneller geknüpft. Die Hilfsbereitschaft ist sehr groß.
Dafür muss man in Kauf nehmen, dass die Wege länger sind, man ein Auto braucht. Aber obwohl die meisten Betroffenen durch den Schlaganfall gehbehindert sind, klappt es ganz gut, zu den Gruppen-treffen zu kommen. Es findet sich meist ein Partner oder ein Nachbar, der den Fahrdienst zu den Gruppentreffen übernimmt fährt. Das klappt ganz gut.
Mit Tagungsräumen haben wir überhaupt keine Probleme, weder auf dem Lande noch mitten in Frankfurt. Viele Gruppenmitglieder wollen nach dem Treffen auch eine Kleinigkeit essen. Deshalb gibt es genügend Gastwirte, die gerne Nebenräume ihrer Gaststätten zur Verfügung stellen. Mittlerweile verlangen allerdings immer mehr Wirte ein bisschen Geld zusätzlich – nicht so viel, wie eine Firma beispielsweise bezahlen müsste aber immerhin. Das übernimmt meist der Verband. Über die Krankenkassen und Spon soren gibt es ein finanzielle Unterstützung. Dabei hilft es, mit den Geldgebern in der Stadt zu verhandeln. Auf jeden Fall nicht gleich bei der ersten Absage den Kopf in den Sand stecken. Ruhig ein bisschen beharrlich sein, dann klappt das schon.
Wer mehr wissen möchte über die Arbeit des Selbsthilfeverbandes Schlaganfall SSB e.V. wende sich an Doris Böhm. Sie wohnt in Höchst, im Odenwald und ist erreichbar unter Telefon (06163) 93 93 40 ode per E-mail: Doris.boehm(at)ssb-ev(dot)de

