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Fibromyalgie Odenwald

Drei Fibromyalgie-Selbsthilfegruppen existieren im Oden­wald. Michelstadt mit etwa 40 Mitglieder, Erbach hat etwa 95 Mitglieder, Bad König, wo die Gruppe schon rund 20 Jahre be­steht, zählt sogar 300 Mitglieder.
Der wesentliche Nachteil einer Gruppenarbeit auf dem Land ist der teilweise lange Anfahrtsweg zur Funktionsgymnastik. Bis zu einer Stunde Fahrzeit nehmen die Teilnehmer auf sich. An­dererseits gibt es in Bad König eine Therme, die allen erdenkli­chen Komfort für die Rheumakranken bietet. Gerade in Darm­stadt, wo die Bädersituation sehr angespannt ist, würde man sich über eine Therme wie in Bad König sicher sehr freuen.
Die Busverbindungen im Odenwald sind nicht so ausgebaut, als dass sie für Gruppentreffen problemlos genutzt werden könnten. Zwar bestünde theoretisch die Möglichkeit, einen Busunternehmer zu beauftragen, die Teilnehmer zu Hause abzuholen, zu dem Treffen zu fahren und drei Stunden spä­ter wieder für den Heimweg abzuho­len. Weil aber immer wieder Teilneh­mer krankheitsbedingt ausfallen, ist so ein Abholservice per Bus noch schwer umsetzbar. So nimmt man halt in Kauf, dass man auf Pkws ausweichen muss. Im Winter bei Schnee und Eis bleibt so mancher dem Gruppentreffen fern, wenn nicht das Treffen sowieso mit ei­nem Rundruf komplett abgesagt wer­den muss. Meist ist aber die Bundes­straße 45 durch den Odenwald so gut geräumt, dass sie bedenkenlos befah­ren werden kann. Schwierig wird es nur für die abseits Wohnenden, die ge­legentlich eingeschneit sind.
Mit Gruppenräumen gab es noch nie Probleme, auch ohne dafür zahlen zu müssen, berichtet Heinrich Reimherr von der Gruppe in Erbach. Tagt die Gruppe in einem Nebenraum einer Gastwirtschaft, bestellt sich halt jeder etwas zu trinken. So ist der Wirt zufrie­den und die Selbsthilfegruppe hat ei­nen ruhigen Tagungsraum.
Es habe aber noch nie geschadet, Sponsoren für die Selbst­hilfe zu aktivieren, falls man mal nicht in einer Gastwirtschaft unterkommen kann oder will. Dann braucht man etwas „Spiel­geld“ wie Heinrich Reimherr das nennt. Banken sind prädes­tiniert, um als Sponsoren zu agieren. Da es in Erbach nur die Sparkasse und die Volksbank gibt, die Sparkasse sich aber schon für die Sportvereine starkmacht, bleibt nur die Volks­bank als Sponsor übrig. Wenn man als Gruppensprecher nur hartnäckig genug ist, bekommt man Geld.
Wenn etwas mehr Geld gebraucht wird, weil ein externer Re­ferent einen Vortrag halten soll und das nicht unentgeltlich tun mag, dann kann man ja immer noch einen Antrag auf Projekt­förderung bei den Krankenkassen stellen. Alles kein Problem. Man muss sich nur drum kümmern. Früher hat Reimherr sich richtig viel Arbeit gemacht, um an Fördergelder zu kommen. Sechs Wochen lang hat er über dreihundert Ansprechpartner namentlich recherchiert und persönlich angeschrieben. Al­lein die Portokosten summierten sich zu einem erklecklichen Sümmchen. Aber am Ende hat sich die viele Arbeit doch im­mer rentiert. Jetzt, wo nur noch ein Antrag pro Jahr gestellt werden darf und dieser zur AOK nach Bad Homburg geht, hat Reimherr nicht mehr so viel Arbeit, allerdings auch viel weni­ger Geld für die Gruppe.
Ziel der Funktions-gymnastik bei Fibromyal-gie  ist die  eine verbesserte Beweglichkeit bei weniger Schmerzen. Foto: Klaus Schulz

Die Gruppe trifft sich regelmäßig am 1. und 3. Mittwoch ei­nes jeden Monats. Funktionstraining im Wasser ist montags ab 17:15 Uhr in der Therme Bad König. Donnerstags vormit­tags trifft sich eine Gruppe und freitags abends ist die Trocken­gymnastik angesagt. Ende Oktober findet die große Herbstfei­er statt und die Weihnachtsfeier in der ersten Dezemberhälfte schließt das Gruppenjahr ab. Der Mitgliedsbeitrag beträgt jähr­lich 36 EUR. Hinzu kommen für die Wassergymnastik 60 EUR. Auf den Monat heruntergebrochen sind das 8 EUR.
Informationen bei Ellen und Heinrich Reimherr, Telefon (06062) 33 19, rheumaligaerbach(at)aol(dot)com