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Die Angst, erkannt zu werden

Von Klaus Schulz
In der Gemeinde ist eine Selbsthilfegruppe gegründet wor­den. Das Thema wäre genau etwas für mich. Aber wenn ich hingehe, da kennt man mich doch und jeder im Ort weiß so­fort, was ich für ein Problem habe. Manchem fällt es deshalb schwer, in eine Gruppe zu gehen und sich zu outen.
In der Anonymität einer Großstadt spielen solche Überlegun­gen selten eine Rolle. Doch auf dem Lande, wo fast jeder je­den kennt wird diese Nähe gelegentlich zum Problem. Um den­noch unerkannt zu bleiben, nehmen Selbsthilfewillige weite Fahrstrecken auf sich. Von weit her kommen sie, nur um von den Nachbarn nicht erkannt zu werden. Ein Ehepaar, schon seit Jahren fleißige Mitglieder der Selbsthilfegruppe Angst-Panik-Depression in Reichelsheim, reist sogar aus dem 50 Kilometer entfernten Ludwigshafen an.
Wilhelm Reeg sagt von sich: „Ich bin ein Landmensch. Ich gehe nur zum Einkaufen in die Stadt. Und mit zunehmendem Alter braucht man die Hektik der Stadt auch nicht mehr. Gut, die Jugendlichen suchen natürlich das bunte Treiben einer Großstadt, weil sie sich auf dem Lande doch eher langweilen.“

Die Selbsthilfegruppe Angst-Panik-Depression hat für ihre 10 bis 15 Teilnehmer in Reichelsheim einen kleinen Saal im ersten Stock eines Gasthofes. Ungestört von den übrigen Gästen können dort jeden Sonn­tags ab 15 Uhr die Gesprächsrunden stattfinden.

Informationen: Wilhelm Reeg, Telefon (06253) 98 80 34 Mail: wilhelmreeg(at)aol(dot)com