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Telefonberatung für Stotterer

„Soll mein Kind in eine Therapie gehen?“ Viele Eltern von Kindern, die gerade zu Stottern beginnen, wenden sich gerne an die Telefonberatung für Stotterer. Meist sind die Kinder dann erst zwei bis zweieinhalb Jahre alt, weiß die selbst vom Stottern betroffene Logopädin am Beratungstelefon, Martina Wiesmann. Wenn das Kind bereits in Therapie ist, wünschen die Eltern die Meinung einer unabhängigen Expertin zu hören – vielleicht auch, weil sich ein Behandlungserfolg noch nicht einstellen mag.

 

Die gute Nachricht für viele Eltern ist, dass sich bei drei Viertel aller Kinder das Stottern bis zum Beginn der Pubertät wieder komplett verliert. Das gilt sowohl für die Kinder mit, als auch ohne Therapie. Selbst bei den Kindern, bei denen sich das Stottern chronifiziert, sind die Heilungschancen sehr groß.

Die Zeit bis zum Ende des 7. Lebensjahres sollte für eine Therapie genutzt werden, da bis zu diesem Zeitpunkt die größten Chancen einer Heilung bestehen. Ein Versprechen auf Heilung gibt es aber leider nicht.

 

Prinzipiell unterscheidet man zwei Richtungen in der

Stotterertherapie.

Die direkte Therapie setzt am Sprechen und Stottern an mit dem Ziel, die Aussprache flüssiger werden zu lassen. Beispielsweise lernen die Kinder, angestrengtes Stottern leichter zu nehmen oder selbstbewusster aufzutreten. Auch eine Kontrolle des Sprechaktes kann geübt werden.

 

Die indirekte Vorgehensweise therapiert sekundäre sprachliche Defizite wie beispielsweise eine eingeschränkte Mundmotorik oder eine Sprachentwicklungsverzögerung, bei der Artikulation oder Grammatik betroffen sind. Schließlich kann auch eine Verhaltenstherapie versucht werden.

 

In der Telefonberatung fehlt zunächst einmal eine exakte Diagnose, die weder von der Beraterin noch von den Eltern gegeben werden kann. Dennoch ist es möglich, wichtige Details herauszufinden. Kämpft das Kind gegen sein Stottern an um ein Wort herauszubekommen oder vermeidet es das Stottern?

Werden schwierige Wörter austauscht oder wird in manchen Situationen einfach geschwiegen? Ist das Kind bereits stark frustriert oder hat es eine Begleitsymptomatik entwickelt. Darunter versteht man, dass Arme, Beine oder der Kopf sich mitbewegen, oder das Kind das Gesicht verzerrt. Erst wenn diese

Dinge bekannt sind, kann unter Umständen eine Behandlungsempfehlung gegeben werden.

 

Welcher Therapeut könnte aufgesucht werden? Ein Verzeichnis der Logopäden in Deutschland hilft Martina Wiesmann, auch diese Frage zu beantworten. (ks)

 

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich direkt die Bundesvereinigung Stotterer - Selbsthilfe e.V., Köln, Tel.: 0221/ 139 11 06 oder 07; die Tel.-Nr. der Beratung kann dort erfragt werden.

Die Telefonberatung ist Donnerstags 17:00 bis 20:00 Uhr und Freitags 12:00 bis 14:00 Uhr.