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Betroffene beraten Betroffene

im Rahmen ehrenamtlichen Engagements. Ein Projekt der DMSG Landesverband Hessen e.V.

 

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung ohne Heilungsmöglichkeiten. An (MS) erkrankt zu sein bedeutet deshalb, eine ständig unkalkulierbare "Lebensbegleiterin" mit sich zu führen. Das zwingt die Betroffenen, ihre persönliche, familiäre und soziale Lebenssituation immer wieder zu überdenken, Veränderungen zuzulassen und sich laufend neu auf

die Krankheit einzustellen.

 

Dieser Anpassungsprozess verläuft nicht immer unproblematisch.

Um Unsicherheiten, Ängste und Krisen bewältigen zu lernen, bedürfen die Betroffenen menschlicher Kontakte und der zeitweisen Hilfe und Unterstützung. Ziel der Hilfe und Beratung durch Dritte ist es, das Selbsthilfepotenzial des einzelnen Erkrankten und seines sozialen Umfeldes zu stärken, damit er

sein Leben trotz MS (wieder) selbstbestimmt und eigenverantwortlich

führen kann.

 

In einem Prozess der Krankheitsbewältigung finden MSBetroffene

Unterstützung durch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen unseres Verbandes, die ihre Hilfe in sich sinnvoll ergänzender Weise anbieten.

 

Um die fachliche Qualifikation zu gewährleisten, mussten die betroffenen Beraterinnen an einem Schulungsprogramm verbindlich teilnehmen. Die Schulung umfasste zwei themenbezogene Fortbildungsseminare und vier aufeinander bezogene Wochenendseminare in Gesprächsführung. Dem folgte eine kontinuierliche regionale fachliche Begleitung (Supervision).

Neben den Supervisionen werden nach Bedarf Begleitgespräche durch die hauptamtlichen Sozialpädagogen der DMSG angeboten.

 

Während die fachliche Begleitung (Supervision) besonders die Beraterperson in ihrer Konfliktfähigkeit und in ihrem Alltagshandeln fokussiert, vermitteln die Schulungsveranstaltungen parallel dazu grundlegende Kenntnisse in Gesprächsführung und gaben den Beraterinnen die Möglichkeit, sich

ihrer eigenen "Helferpersönlichkeit" bewusst zu werden. Für die Vermittlung der Beraterfähigkeit im Sinne persönlicher Kompetenzen erwies sich die Kombination von theoretischer Wissensvermittlung und selbsterfahrungsorientierten Lernschritten als äußerst erfolgreich.

 

Für den Landesverband Hessen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) lässt sich festhalten, dass die Angebotspalette der DMSG um die Möglichkeiten von Information und Betreuung durch Gleichbetroffene erweitert wurde. Damit kam es zu einer sinnvollen Ergänzung der hauptamtlichen

Beratung und Betreuung mit angemessenem finanziellen Einsatz.

Die vorhandenen unentgeltlichen Selbsthilferessourcen

im Verband wurden aktiviert und erfolgreich in das Beratungsund

Betreuungskonzept integriert. Durch die dezentralen Sprechstunden konnte das Informations- und Beratungsangebot auch in beratungsstellenfernen Regionen Hessens deutlich verbessert werden. Das Projekt "Betoffene beraten Betroffene" trägt dazu bei, das Selbstwertgefühl der MS Kranken zu stärken.

 

Projektleitung Sylvia Buxmann, Leiterin der sozialen Dienste.

Informationen bei DMSG Landesverband Hessen e.V., Tel. 069-40 58 98-0;

www.dmsg-hessen.de; Mail: dmsg@dmsg-hessen.de