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Bericht von Berater-Selbstsorgeseminar

Von Ute Fischer

 

Borreliose-Berater und Selbsthilfegruppen-Leiter erleben sich das ganze Jahr über als anzapfbares Lexikon. Ratsuchende fragen meist nicht danach, wie es dem Berater selbst geht, wie er mit seiner Borreliose klar kommt. Sichtbar wurde im Seminar, dass in vielen der Teilnehmer eine gesunde Portion Selbstkritik steckt: Berate ich richtig? Muss ich alles wissen? Wie kann ich mich ausklinken, wenn es zu anstrengend wird? Darf ich nein sagen? Was darf ich sagen und was besser nicht? Kann meine Beratung auch schaden? Wie viel Verantwortung übernehme ich, wenn ich mit einem Ratsuchenden spreche?

 

Die Referentin Britta Lemke möchte den Teilnehmern die Gruppengespräche in die Erinnerung zurückholen. Sie verteilt dazu Blätter mit Kürzeln, die zur Selbstreflexion anregen und als Ausgangspunkt dienen können, sich bewusst zu werden, dass ihre beraterische Arbeit strukturiert Sinn bringender ist, als wenn man das Beratungsgespräch nur laufen lässt.

 

Ich erfahre sehr deutlich den Wandel meiner anfänglichen Motivation, eine Borreliose-SHG zu gründen oder als Borreliose- BeraterIn helfend tätig zu sein. Das Seminar zeigt mir, wie sich die inneren Motivation im Laufe der beraterischen Tätigkeit verändert. Auch wer nicht beim Beraterseminar war, kann sich anhand der Unterlagen erschließen, wie man zum Berater für Borreliosepatienten wurde und welchen persönlichen Gewinn man daraus schöpft.

 

Nicht nur Spaß, sondern schnellen Lerneffekt konnten wir bei den Stimmübungen mit Hajo B. Belton erfahren. Wie atmet man in den Rücken? Wie hebt und senkt man das Zwerchfell. Mit welcher Atemtechnik färbt sich unsere Stimme weicher, tiefer, empathischer. Was entspannt uns und was belastet die

Stimme? Was können wir tun, um bei einem langen Gespräch nicht zu erschöpfen. Wie sprechen wir deutlicher und glaubwürdiger? Wir lernten das in einem Schnelldurchgang mit Atemwurf und Bauchfederung und mit einem Korken zwischen den Zähnen, der uns zwang, nicht nach innen sondern nach

außen zu sprechen. „Barbara saß nah am Abhang...“

 

Ute Fischer ist Vorsitzende des Borreliose und FSME Bundes Deutschland e.V. in Reinheim

www.borreliose-bund.de; Beratung: 01805-006935