TIPP
Rheuma – Gemeinsam mehr bewegen
von Ursula Erckmann, SHG Michelstadt der Rheuma Liga
Wenn der Arzt die Diagnose „Rheuma“ stellt, dann scheint für die Patienten auf den ersten Blick das Rätsel über die Art der Beschwerden gelöst. Das Kind
hat einen Namen! Aber: es gibt kein eigenständiges Krankheitsbild von Rheuma. Hinter dem Begriff stecken über einhundert rheumatische Erkrankungen.
Die Betroffenen haben Schmerzen an den Bewegungsorganen, an Muskeln, Sehnen, Gelenken oder im Bindegewebe. Wenn die Erkrankung fortgeschritten ist, kann mangelnde Bewegung zu Schäden in den Gelenken führen. Dagegen
wurde mit Krankengymnastik-Experten ein spezielles Bewegungstraining
entwickelt, das Funktionstraining, das Rheumakranken seit vielen
Jahren erfolgreich angeboten wird.
Auf die große Bedeutung von Bewegung deutet auch der Slogan der
Deutschen Rheumaliga hin: „Deutsche Rheuma-Liga - Gemeinsam mehr
bewegen“. Gezielte Übungen sollen die kranken Gelenke in ihren Funktionen
beweglich erhalten. Nach dem Prinzip Bewegung ohne Belastung
sollen sie gefördert werden, ohne sie zu überfordern.
Funktionstraining findet als Warmwassergymnastik oder Trockengymnastik
statt und wird durch die Rheuma-Liga Selbsthilfegruppen vor Ort
organisiert. Physiotherapeuten leiten die Gruppen an. Funktionstraining
ist eine gesetzlich anerkannte ergänzende Leistung zur Rehabilitation
rheumakranker Menschen und wird bei medizinischer Notwendigkeit
durch Krankenkasse oder Rentenversicherung (bei Verordnung durch
eine Rehabilitationseinrichtung) bezahlt. Benötigt wird eine ärztliche
Verordnung.
Aber auch wenn Rheumapatienten kein Funktionstraining verordnet bekommen,
ist Bewegung von hoher Bedeutung für ihre Gelenke. Deshalb
bieten die meisten Selbsthilfegruppen vor Ort neben dem Funktionstraining
noch weitere Bewegungsangebote an.
Die Selbsthilfegruppe Michelstadt der Rheuma-Liga Hessen e.V. ist
eine noch neue, aber schon sehr aktive Gruppe. Sie hat bereits 63 Mitglieder
und ist mit vielen Betätigungen auf verschiedenen Ebenen aktiv.
Die Mitglieder können an den Funktionstrainings im warmen Wasser teilnehmen.
Daneben wird in Kooperation mit einer Praxis für Physiotherapie
Trockengymnastik angeboten.
Jeden Mittwoch treffen sich die Selbsthilfegruppenmitglieder zum geselligen
Boulespiel. Einmal im Monat trifft sich die Gruppe nachmittags
zu Gesprächen. Dabei stehen unterschiedliche Themen oder Vorträge im
Mittepunkt der Gruppenarbeit. Auch Kreativarbeiten, um die Hände geschmeidig
zu erhalten, stehen auf dem Programm.

