TIPP
Lymphödeme – der dicke Arm, das dicke Bein
Rosel Brändlein, SHG Menschen mit Lymphabflussstörungen, Ebersburg
Die meisten Menschen haben es schon einmal erlebt: Wenn man sich
über einen längeren Zeitraum nicht bewegt hat – z.B. im Flugzeug –
schwellen die Beine an und die Füße passen dann kaum noch in Schuhe,
wenn man diese ausgezogen hatte. Das ist ganz normal! Durch die
Bewegung des Gehens wird dann die gestaute Lymphflüssigkeit wieder
durch die Wadenmuskeln „nach oben gepumpt“.
Anders ist es bei Lymphödemen. Ursachen hierfür können z.B. sein: in
Lymphknoten gelegene Metastasen oder eine operative Lymphknoten-
Entfernung im Rahmen einer Operation oder durch Bestrahlung einer
Körperregion, durch die Lymphgefäße führen. Durch Abflussstörungen
der Lymphflüssigkeit aus diesen Körperregionen kann es zur Ödembildung
kommen (z.B. bei Brustkrebspatientinnen im Arm der betroffenen
Seite). Auch bei Tumoren des Unterbauches kann ein Lymphstau
entstehen (z.B. bei Prostata,- Eierstock- oder Gebärmutterkrebs). Meist
ist die Behandlung von Lymphödemen eine Kombination aus manueller
Lymphdrainage und Kompressionsbehandlung. Letztere besteht
zunächst aus einer Bandagierung der betroffenen Extremitäten, später
kommen dann unterstützend Kompressionsstrümpfe zur Anwendung
(z.B. für Arm oder Bein).
Bei sportlichen Betätigungen, egal welcher Art, ist Kompressionsbestrumpfung
unbedingt erforderlich, da diese den Lymphabfluss fördert.
Leichter Sport ist bei Lymphödemen sehr empfehlenswert und unterstützt
die von dem Therapeuten eingeleiteten Maßnahmen. Es sollten
keine Sportarten ausgeübt werden, welche die Arme und Beine besonders
gefährden, wie z.B. Handball oder Fußball.
Empfehlenswert sind: Schwimmen, Spazierengehen, Nordic Walking,
Gymnastik oder auch Wassergymnastik. Zusätzlicher Verhaltenstipp:
Verletzungen, Hitze- und Kälteeinwirkungen vermeiden, die Haut mit
Hautpflegemitteln geschmeidig halten und die Kleidung sollte nicht
einengend und nicht abschürfend sein.
Die Selbsthilfegruppe „Menschen mit Lymphabflussstörungen“ in
Ebersburg (Kreis Fulda) hat es sich zur Aufgabe gemacht, anderen
Betroffenen und deren Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite zu
stehen.
Die Gruppe trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monat zum Informations-
und Erfahrungsaustausch in der Gaststätte Rehberg in
Eichenzell-Lütter, Rhönstraße 20.
SHG „Menschen mit Lymphabflussstörungen“ Ebersburg
Rosel Brändlein, Sprecherin, Tel: 06656/1659 oder Gabriele Müller, Tel: 06656/8424

