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Gesundheitsvorsorge in Unternehmen

von Margit Balß

 

Kaum eine Zeitschrift, die nicht über das inzwischen hinlänglich bekannte
„Burnout-Syndrom“ berichtet hätte. Es melden sich viele, zum
Teil prominente Betroffene zu Wort, beschreiben ihren Leidensweg in
Büchern oder geben in Talkshows Auskunft über ein Störungsbild, das,
wie es scheint, in den letzten Jahren immer häufiger auftritt. Als Krankheitsauslöser werden häufig belastende Arbeitsbedingungen und stetig
anwachsenden berufliche Anforderungen ausgemacht.
Hat das Ausgebranntsein erst einmal stattgefunden, dauert die Rückkehr
in den Beruf lange oder ist sogar in einigen schwerwiegenden Fällen
nicht mehr möglich. In gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu
investieren, zahlt sich also für Unternehmen auf lange Sicht aus und das
Thema Gesundheitsförderung spielt eine immer wichtigere Rolle in der
Unternehmensführung.
Studien zeigen, dass sich Fehlzeiten in den Betrieben durch eine konsequent
angewandte Gesundheitsförderung signifikant senken lassen.
Vorgesetzte, die ihre Aufmerksamkeit auf geeignete präventive Maßnahmen
lenken, können die Leistungsbereitschaft und – fähigkeit ihrer Mitarbeitenden
erheblich steigern.
Doch wie sieht eine zeitgemäße Gesundheitsförderung aus? Der Hometrainer
im Aufenthaltsraum, der kurze Spaziergang in der Mittagspause
oder der Kurs für Progressive Muskelentspannung nach Feierabend sind
da eher altbewährte Methoden. Laut eines Spiegelartikels zählen jedoch
Faktoren wie die Unsicherheit über die eigene Position im Unternehmen,
der Mangel an Vertrauen zwischen Chefs und Untergebenen und
die permanente Überforderung durch unrealistische Vorgaben zu den
größten krankmachenden Stressoren im Beruf. Dem gilt es aus Sicht der
Unternehmensführung vorzubeugen oder entgegenzusteuern.
Ein wertschätzendes und die individuellen Leistungen anerkennendes
Betriebsklima stärkt das Selbstbewusstsein eher unsicherer Beschäftigten
und lässt sie nachts besser schlafen. Chefs sollten daher ihren Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter so oft wie möglich positive Rückmeldungen
über ihre Leistungen geben und sie ihres Vertrauens versichern. Bei der
Fülle von Aufgaben, die täglich auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einprasseln,
ist es notwendig, sie dazu zu befähigen, Prioritäten zu setzen.
Es kommt darauf an, entscheiden zu können, welche Aufgaben zuerst
erledigt werden müssen und welche zurückgestellt werden können. Viele
Unternehmen bieten deshalb ihren Beschäftigten Seminare zur Stressvermeidung
und zum Zeitmanagement an.
Eine zeitgemäße Personalführung schafft auch Transparenz hinsichtlich
getroffener Entscheidungen, ermutigt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
zu konstruktiver Kritik und nimmt ihnen die Angst davor, Fehler zu machen.
Sie sieht die Beschäftigten als Partner in der Unternehmenskultur.
Leistungsanreize und Belohnungssysteme funktionieren nach eindeutigen
und nachvollziehbaren Regeln und eröffnen allen Beschäftigten
faire Partizipationschancen.
Auch die Krankenkassen beteiligen sich an der Gesundheitsförderung
im Unternehmen. So bietet beispielsweise die DAK ein systematisiertes
Sechs-Schritte-Programm zu einem erfolgreichen, betrieblichen Gesundheitsmanagement an. Nach diesem System wird zunächst die Verantwortlichkeit für die Verankerung des Themas im Betrieb festgelegt.
Danach erfolgt eine Bestandsanalyse, in der die momentane betriebliche
Situation auf den Prüfstand kommt. In einem weiteren Schritt werden
klare Ziele gesetzt und es folgen Planung und Umsetzung konkreter
Maßnahmen. Nach einem vereinbarten Erfahrungszeitraum werden die
durchgeführten Maßnahmen auf Qualität und Wirksamkeit überprüft
und gegebenenfalls wird nach neuen oder verbesserten Methoden gesucht.
Neue Wege in der Mitarbeiterführung auszuprobieren, erhöht die Motivation
der Betriebsangehörigen. Ihre Identifikation mit dem Unternehmen
wird gefördert und die Produktivität erhöht. In Zeiten, in denen
besonders im Sozialbereich und im Gesundheitswesen ein Mangel an
qualifizierten Fachkräften droht, ist dies ein wichtiger Aspekt, um gute
und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen zu
halten.