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Beschwerden durch fernöstliche Trainings- und Entspannungsmethoden verbessern

von Margit Balß

 

Im letzten Jahrzehnt haben zahlreiche fernöstliche Therapieansätze

und Heilmethoden auch in der westlichen Medizin Einzug gehalten.

Viele chronisch kranke und behinderte Menschen versprechen sich eine

Linderung oder Behebung ihrer Beschwerden durch fernöstliche Philosophie

und Heilkundepraktiken.

Zu den bekanntesten Lehren zählt Yoga, das ursprünglich aus Indien

stammt. Die Wurzeln der Philosophie liegen im Hinduismus und Buddhismus.

Yoga fußt auf einer philosophischen Lehre, die eine Reihe geistiger

und körperlicher Übungen umfasst. Auch Atemübungen und Meditation

gehören dazu. Einige meditative Formen von Yoga legen ihren

Schwerpunkt auf die geistige Konzentration, andere mehr auf körperliche

Übungen. Wiederum andere Richtungen betonen Verzicht und Askese.

Yoga wird häufig als Begleittherapie, zur Nachbehandlung oder auch

zur Vorbeugung und Gesunderhaltung genutzt. Dies legt eine gewisse

Disziplin in der regelmäßigen Ausführung der Übungen oder auch eine

Umstellung der bisherigen krank machenden Lebensumstände nahe.

Mit der Abkürzung TC M wird jene Traditionelle Chinesische Medizin bezeichnet,

die sich in China vor über 2000 Jahren entwickelt hat. Zu den

bekanntesten medizinischen Verfahren der TC M zählt die Akupunktur.

Sie hat ihre größten Erfolge in der Bekämpfung von Schmerzen in den

Muskeln und des Bewegungsapparates. Obwohl von schulmedizinischer

Seite die therapeutische Wirksamkeit oftmals in Frage gestellt wird, erfreut

sich die Akupunktur bei Schmerzpatientinnen und – patienten

wachsender Beliebtheit und wird auch von den Gesetzlichen Krankenkassen

anerkannt.

Auch Massagetechniken wie Shiatsu, eine in Japan entwickelte Form der

Körpertherapie, zählen zu den alternativen Körpertherapien. Bei dieser

manuellen Behandlungsmethode wird weniger mit Muskelkraft sondern

mit Einsatz des Körpergewichts des Behandelnden gearbeitet.

Die Bewegungsübungen des Qigong bezeichnen eine chinesische Meditations-,

Konzentrations- und Bewegungsform zur Stärkung von Körper

und Geist. Auch Kampfkunstübungen werden darunter verstanden. Wie

beim Yoga gehören dazu Atemübungen, Körper- und Bewegungsübungen,

Konzentrations- und Meditationsübungen.

All diese Techniken dienen in alter Tradition zur Förderung und Stabilisierung

des Energiehaushaltes des Körpers und zur Behandlung von

Krankheiten. Sie sollen Fitness und Beweglichkeit verbessern und Standfestigkeit

und Dynamik verleihen. Es handelt sich um vielschichtige Systeme,

die einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Im fernöstlichen Medizinverständnis

sind diese Praktiken und Anwendungen

seit Jahrtausenden Bestandteil der medizinischen Lehre.

Sie dienen der Integration von Körper, Geist und Seele.

Die Therapie fragt nicht nur nach der Krankheit, sondern

richtet die Konzentration auf die kranke Person

insgesamt. Die Entspannungstechniken werden

zur Behandlung von Angstzuständen oder Stress

angewendet und gelten als erfolgversprechende

Anwendungen für chronische Beschwerden.

Zentrales Thema ist dabei die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des

Patienten. Aus fernöstlicher Sicht sind Körper, Seele und Geist ein komplexes

System, in dem ständig Energien ein- und ausfließen. Je besser

die Energien fließen können, umso gesünder der Mensch. Treten Blockaden

auf, entstehen Ungleichgewichte, die die Lebenskraft, das „chi“ in

seinem Fluss behindern.

 

Vor allem bei chronischen Erkrankungen wie Asthma, Diabetes, Multiple

Sklerose haben diese Therapie erstaunliche Erfolge aufzuweisen. Aber

auch bei seelischen Störungen, wie Depressionen und Angstzuständen

werden diese Therapien immer öfter eingesetzt.