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Die Formen der Selbsthilfe

Hände halte eine Pflanze mit der Erde

Die bestehenden Selbsthilfe-Initiativen lassen sich (idealtypisch) in drei unterschiedliche Formen unterscheiden:

Selbsthilfegruppen ...

  • sind Gesprächskreise einer überschaubaren Anzahl von Personen (ca. 7-15 Mitglieder)
  • arbeiten selbst bestimmt, d.h. die Inhalte und Arbeitsweisen der Gruppe werden von den Mitgliedern bestimmt
  • verlangen von ihren Mitgliedern eine aktive und kontinuierliche Mitarbeit
  • werden in der Regel nicht von professionellen Helfern geleitet
  • treffen sich regelmäßig zu festgelegten Terminen (z.B. wöchentlich, 14-tägig oder einmal im Monat)

In gemeinsamen Gesprächen bei den regelmäßigen Gruppentreffen

  • erfahren die Einzelnen Entlastung und Unterstützung durch die anderen Mitglieder und
  • sehen sie, dass sie mit ihrem Problem nicht allein sind
  • lernen sie, ihre Schwierigkeiten zu erkennen, mit ihnen umzugehen bzw. sie zu bewältigen
  • im Mittelpunkt der Gruppenarbeit steht der gemeinsame Erfahrungs- und Informationsaustausch

In gesundheits- bzw. krankheitsbezogenen Selbsthilfegruppen informieren sich die Mitglieder gegenseitig, z.B. über Behandlungsmöglichkeiten ihrer Erkrankung, Medikamente und Nebenwirkungen oder auch zu Fragen des Schwerbehindertenrechts oder der Pflege- und Krankenversicherung.

Selbsthilfegruppen sind freiwillige Zusammenschlüsse von Menschen, deren Aktivitäten sich in erster Linie an den Wünschen und Bedürfnissen der Gruppenmitglieder orientieren. Im Mittelpunkt steht die Bewältigung des gemeinsamen Problems in der Gruppe. Obwohl diese Unterstützung eine eher nach innen orientierte Hilfe ist, helfen sich die Mitglieder damit nicht nur selbst, sondern im Austausch auch gegenseitig den anderen.

 

Es gibt auch Initiativen, die ihr Wissen nicht nur innerhalb der Gruppe austauschen, sondern ihre Erfahrungen anderen Betroffenen zur Verfügung stellen.

Sie bieten z.B. Information, Beratung und Hilfe für Betroffene und ihre Angehörigen an.

 

Selbsthilfeorganisationen

Selbsthilfeorganisationen sind Gruppen und Vereine, die sich über die örtliche Ebene hinaus zu Verbänden auf Landes- oder Bundesebene zusammenschließen, um so ihre Interessen zum Beispiel als Lobby der Patienten für eine bessere Versorgung wirkungsvoller zu vertreten.

In der Realität sind die Übergänge zwischen diesen Formen der Selbsthilfe jedoch sehr fließend. So gibt es neben großen Verbände von chronisch kranken Menschen, die professionell arbeiten, weit verzweigte Gruppenstrukturen haben und kompetente sozialrechtliche Beratung machen können, eine Vielzahl kleiner Organisationen z.B. zu sehr seltenen Erkrankungen, die zwar bundesweit organisiert sind, aber de facto den Charakter einer Selbsthilfegruppe haben. Sie alle bieten Hilfe, Erfahrungsaustausch, Beratung und Unterstützung an. Da aber ein Großteil der Arbeit unbezahlt und freiwillig gemacht wird, ist das konkrete Angebot und auch die Leistungsfähigkeit sehr unterschiedlich.

Für die Bereitstellung dieser Texte bedanken wir uns bei der Selbsthilfe
Kontakt- und Informationsstelle SEKIS in Berlin (http://www.sekis.de)